Jean-Paul Pianta D.C., Chiropractic Center in Hannover Chiropractic Center in Hannover

Fallstudie Griechenland

Patientenfoto Griechenland Polaroid (c) Tobias FritzPatientenformular

Name: Griechenland

Adresse: Südeuropa

Geburtsdatum: über 3.000 Jahre alt

Geschichte: Ging durch mehrere Krisen, Kämpfe, Kriege und Traumata, aber es gelang ihm, unsere Kultur und Zivilisation zu erfinden.

Hausarzt: Tausende Experten vor Ort oder in Brüssel und ganz Europa

Wesentliche Klagen: Bankrott, generelle öffentliche Unzufriedenheit, Frustration, Zukunftsängste, Depression, Rezession

Diagnose: Ungleichgewicht, falsche Prioritäten, falsche Entscheidungen, schlechte Beratung

Prognose: zurückhaltend

Ultimative Notfallbehandlung: Intensivpflege auf der Intensivstation, Injektion von 100ten Milliarden Euros (diese Behandlung muss je nach der gesundheitlichen Entwicklung des Patienten regelmäßig wiederholt  werden).

 

Bemerkungen

  1. Symptome behandeln: Politiker, Finanzexperten, Wirtschaftsexperten in dunklen Anzügen und Medizinexperten in weißen Kitteln haben eine Sache gemeinsam: Sie glauben oder sie sind überzeugt zu wissen, wie man Symptome bestmöglich behandelt.
    Bandenscheibenprobleme? Lassen Sie uns die Bandscheibe operieren!
    Schmerzen? Lassen Sie uns ein Schmerzmittel verordnen!
    Geldprobleme? Lassen Sie uns Geld hinschicken!
    Sehr logisch! Oder?

    Ja, aber viel zu einfach, weil niemand -verblendet von den Symptomen- die Frage nach der wahren Ursache der Symptome stellt. Antworten zu geben, macht aber mehr Eindruck, als Fragen zu stellen. Kinder fragen, Erwachsene haben vermeintlich alle Antworten.
  2. Weiterer Grund zur Besorgnis: Dieselben Experten, die diese Krise zugelassen haben und diese chronische und kritische Situation festgestellt haben, sind nun diejenigen, die von sich behaupten, sie wüssten genau, wie aus der Krise herauszukommen ist.
  3. Wie viel?: niemand weiß genau, wie viel Schmerzmittel oder wie viel Geld dem Patienten injiziert werden muss, der lebt und sich jede Sekunde verändert.
    Dann kommt noch der moralische Aspekt hinzu: „der Patient hat solche Schmerzen, dass wir ihm helfen müssen“ oder: „dieses Land ist so arm, dass wir ihm helfen müssen“ oder: „dieser Betrunkene ist so durstig, dass wir ihm noch Wein kaufen müssen“.
    Diese Art von vordergründiger Moral mag bei manchen Kneipenrunden ausreichend sein, aber sie ist nicht ausreichend, für die tiefgreifenden Probleme, die die Moral und die Wertmaßstäbe der Politiker bestimmen müssen. Diese Vereinfachung darf auch nicht die  Paradigmen von Bankern und Wirtschaftsleuten bestimmen, die sich genau damit befassen, wie viele Nullen hinter einer Ziffer stehen.Länger als 5 Sekunden können wir die vornehme Idee von Selbstlosigkeit gegenüber unserem Nachbarn und Bruder nicht durchhalten, weil es das im echten Leben nicht gibt.

 

So betrachtet ein Doctor für Chiropractic seine Patienten

  1. Warum macht gerade dieser Patient so eine Krise durch?
  2. Kann diese Krise von Gott gewollt sein oder ist sie einfach das Ergebnis von Pech?
  3. Was können wir tun, um potentielle Risiken, die sich aus dieser Krise ergeben, zu reduzieren?

 

Wie wir es immer machen, befassen wir uns zunächst nicht mit den akuten Symptomen, sondern wir betrachten den Patienten in seiner Gesamtheit, um daraus so viele Informationen wie möglich zu erlangen. Wir sehen dann das Land vor unseren Augen, das unser tägliches Leben in allen Bereichen von Naturwissenschaften, Medizin, Philosophie, Kunst und Politik bestimmt. Wir sehen ein Land, das im Vergleich zu England, Deutschland oder Frankreich keine große industrielle Tradition hat, aber wir denken an den berühmten Film von 1964 „Alexis Zorbas“ mit Anthonny Quinn, Alan Bates und Irene Papas.

 

Der Grieche Alexis Zorbas Zeichnung von Jean-Paul Pianta

 

Dieser Film zeigt wunderbar, dass das Leben nicht einfach aus Zahlenwerken von Geld, Produktivität und Banken besteht. Der Film öffnet den Blick für andere Werte wie Freundschaft, Schönheit, Liebe, gutes Essen, ein Freudenfest des Lebens und des Genusses.
Haben wir das Recht, unseren Patienten Schuld zuzuweisen, wenn sie andere Werte haben?
Führen solche Bewertungen zu einer Verbesserung für unsere Patienten? Auf keinen Fall!

Informationen zu sammeln, heißt nicht, Werturteile zu fällen, das ist lediglich ein Ansatz zu verstehen.

 

1. Warum macht gerade dieser Patient so eine Krise durch?

Europa ist eine großartige Idee, der Euro ist eine großartige Idee, aber Brüssel hat vergessen, dass jedes Land oder jeder Patient einzig- und andersartig ist. Patienten Pillen in den Hals zu schieben, führt nicht dazu, dass alle Patienten gleich reagieren. Überall in Europa sind die Preise explodiert, ganz besonders aber in Griechenland, wo ein Kaffee 0,20 EUR kostete und nun denselben Preis hat, wie in Deutschland und Frankreich. Die Löhne können der Inflation nicht folgen. Alle Länder haben nach der Euroeinführung unter erheblichem Preisanstieg zu leiden, aber die Auswirkungen sind für die südeuropäischen, landwirtschaftlich geprägten Länder viel schlimmer. Nun leidet Griechenland ganz besonders, fast so heftig wie Portugal, Spanien und Italien und wer weiß, welche Länder zukünftig noch,  weil sich dieses Krebsgeschwür im ganzen Körper, in ganz Europa verbreitet.

 

2. Kann diese Krise von Gott gewollt sein oder ist sie einfach das Ergebnis von Pech?

Nein. Diese Krisensituation ist genauso wie Kopf- oder Kreuzschmerzen gesund, weil sie ein Symptom ist, das als Information dabei hilft, zu therapieren und nicht den Rundumschlag mit Schmerzmitteln oder Milliarden von Euros zu praktizieren. Brüssel hat sich vertan, was das individuelle Immunsystem und die Widerstandsfähigkeit dieses speziellen Patienten angeht. Man ist dort wild entschlossen, dasselbe Wertesystem ohne Rücksicht auf unterschiedliche Geschichte, Werte und Kultur allen europäischen Ländern überzustülpen.

Diese Respektlosigkeit eines distanzierten und undemokratischen Apparatschiks erinnert an vergangene Sowjet-Zustände und kann zu weiteren Zusammenbrüchen führen. Der menschliche Körper ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Zellen und Geweben, die zusammen arbeiten indem sie Informationen teilen, austauschen und verbinden, um Leben und Wohlergehen zu erhalten. Europa ist ein Zusammenspiel von Ländern, die sich über Jahrhunderte von Jahren entwickelt haben. Brüssel und diverse Kommissionen träumen aber davon, dass es überall dieselben Maße für Gurken gibt, Banken und Unternehmen immer größer werden, die Bürger interessieren zuletzt.

 

3. Letzte Frage:  Was können wir tun, um potentielle Risiken, die sich aus dieser Krise ergeben, zu reduzieren?

Die potentiellen Risiken sind enorm, der Zustand des Patienten könnte sich weiter verschlechtern.

Eine Verordnung könnte dem einen Patienten helfen, beim anderen aber gar nichts bewirken oder ihm sogar schaden.  Ein Schmerzmittel oder Geld kann gar nicht mehr helfen, wenn die wahren Ursachen nicht genau analysiert sind. Wenn unser Patient nicht wieder in eine Gesundheitsbalance gebracht wird, kann ganz Europa kollabieren. Wenn in einer Schulklasse ein Kind Masern hat, droht der ganzen Klasse Ansteckung:

Die Risiken zu reduzieren heißt: Die Prioritäten müssen geändert werden.

 

Im menschlichen Körper bestimmt die Gesundheit jeder einzelnen Körperzelle die Gesundheit des Gesamtkörpers. Auch in Europa ist es die Gesundheit jedes einzelnen Landes, die ein gesundes Europa ermöglicht.

Cicero hat eine adäquate Behandlung empfohlen:

Das Budget muss ausgeglichen sein, das Staatsvermögen muss aufgefüllt sein, öffentliche Schulden müssen reduziert werden, die Überheblichkeit der Bürokratie muss gemäßigt und kontrolliert werden,  und die Unterstützung durch fremde Länder muss auf den Fall beschränkt werden, dass Rom bankrott würde.

Cicero 55 v.Chr.

 

Wir stellen fest, dass eine effektive Behandlung nicht von außen aufgezwungen werden kann, nicht einfach Subventionen oder Milliarden spendiert, sondern der Patient selbst muss sich über sein Situation im Klaren werden und selbst Maßnahmen ergreifen, die ihm seine Balance zurückgeben. Viele Experten haben die Tendenz, anzunehmen, dass Balance gleich Balance ist, aber das ist nicht wahr. Jedes Individuum hat seine eigene Balance und um es noch schwieriger zu machen, die Balance ist etwas Lebendiges, sie verändert sich von der Geburt bis zum Tod. Jedem die gleiche Balance aufzuerlegen, ist respektlos gegenüber dem Individuum.

Wie es uns unser Körper lehrt, kommen Gesundheit und Wohlergehen nicht von außen, sondern sind das Ergebnis perfekter Teamwork, die darauf basiert, dass Informationen, Prioritäten und Verständnis miteinander geteilt werden.

 

Es hilft dem Patienten nur für einen Moment, wenn er Schmerzmittel oder Geld bekommt, er kann davon auch leicht abhängig werden. Diejenigen, die Schmerzmittel oder Geld geben, stützen damit auch ihre eigene Dominanz und bringen den Empfänger in ihre Abhängigkeit. Zu viel Druck von oben hindert daran, gerade zu stehen, eigene Lösungen zu finden, kreativ und intelligent zu sein.

Um Überlebensstrategien zu entwickeln, ist Intelligenz effektiver als Schmerzmittel und Geld.

Die Menschen sollten sich immer die Frage stellen: „haben die Entscheidungen, die die Politiker treffen, wirklich das Ziel, dem Wohlergehen des Patienten zu dienen oder dienen sie vorrangig dazu, ein Machtsystem zu stützen, in dem die Individuen mehr und mehr unterdrückt werden?“

 

„Politik ist die Kunst, Probleme zu suchen, überall zu finden und fehlerhaft zu diagnostizieren und dann die falschen Heilmittel zu verordnen.“

Groucho Marx

 

„Egal ob Sie paranoid sind oder Verfolgungswahn haben, das, was die Regierung zur Zeit anstellt, ist noch schlimmer, als Sie sich vorstellen können.“

J.Edgar Hoover, erster Präsident des Federal Bureau of Investigation (FBI), USA

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4 Antworten auf Fallstudie Griechenland

Rita Martin Schweiz schreibt: 11. November 2011 um 11:30

Danke für die Information, bin absolut gleicher Meinung. Wir können dies
auch am eigenen Körper beobachten. Schaffen wir Ordnung im Kopf und ändern unsere Gedanken von negativ auf positiv sind alle Schmerzen auch wenn diese organisch bedingt sind erträglicher und verschwinden sogar zeitweise.

Herzliche Grüße aus der Schweiz, Rita Martin

Antworten
Susanne Bohnsack-Keil schreibt: 14. November 2011 um 18:18

Das tat gut! - Ich wohne seit beinah zwei Jahren in Griechenland.
Das Unverständnis, die bösen Kommentare, die Unkenntnis, das Leiden der “einfachen Bevölkerung” ist groß. Wären nicht riesige Summen
reicher Griechen im Ausland, hätten sie ihre Steuern gezahlt, Griechenland hätte KEINE SCHULDEN.
So müssen nun so viele, die meisten Rentner z.B. mit 300€ /400€ pro Monat auskommen; ich sehe viel Verzweiflung, Mutlosigkeit. - Auch diese Sätze habe ich inzwischen häufig gehört: “Wir brauchen eine Regierung aus dem Ausland! Wir haben keine Leute aus dem eigenen Land, denen wir überhaupt noch vertrauen können.”

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